Ausrüstung

Ich nutze 2 Boote für unterschiedliche Gewässer und Gegebenheiten.

Prijon Seayak – für größere Flüsse und Seen, Küste und Mehrtagestouren

Prijon Seayak
Prijon Seayak – Westoder

Das Seayak ist ein echter Allrounder und für mich ein guter Kompromiss. Mit 4,90 m Länge passt es so grade noch in die Garage. Es hat mit seinem leichten Knickspant-Rumpf eine gute Kippstabilität, was beim Fischen, Fotografieren oder einfach mal treiben lassen ein echter Vorteil ist. Damit ist es natürlich kein wirkliches Seekajak mehr – Aufkanten in der Welle bei wirklich rauhen Bedingungen wird wahrscheinlich schwer werden. Ich plane aber auch noch keine Atlantiktour.  Ansonsten geht das Seayak mit seiner hohen, schmalen Bugnase wie Butter durch die Welle und gibt ein gutes und sicheres Gefühl. Das robuste HTP-Material bringt viel Gewicht (27kg), aber ich muss dafür auch nicht bei jeder Grundberührung Angst haben, dass das Laminat Schaden nimmt. Stauraum ist ausreichend v.h. auch für eine größere Tour, superpraktisch ist die verschraubbare Neoprentasche vor der Luke. Hinten passt auch der Kajakwagen zerlegt wunderbar hinein und vorne gibt es noch eine große Gepäckluke, in der sich meine komplette Zeltausrüstung (Zelt, Schlafsack, Isomatte, etc. verstauen lässt.

Die Steueranlage ist bequem zu bedienen, ich nutze Sie nur bei starkem Seitenwind oder Surfbedingungen, um das Seayak besser zu stabilisieren und Kräfte zu sparen. Zudem habe ich mir inzwischen ein Windpaddle zugelegt – ohne Steueranlage ist dies nicht wirklich angenehm zu bedienen.

Beim Kauf hatte ich das Seayak verglichen mit dem Prijon Marlin. Dieser zeigte sich etwas kippliger und deutlich schneller, aber er war mit 5,07 m einfach um ein paar Zentimeter zu lang für die Garage und der stärker ausgeprägte Knickspant erschien mir von der Optik her auch etwas zu kantig.

Das Seayak ist nicht wirklich schnell – knapp 5 km/h sind so mein üblicher Schnitt auf Gewässern ohne Strömung, schnelleres Fahren wird einfach zu anstrengend. Das ist das einzige Manko, das mich manchmal an ein „echtes“ Seekajak denken lässt. Kann ja noch kommen.

Link:

 

Bavaria Rallye – für Tagestouren auf kleineren Flüssen und Seen

Bavaria Rallye Kajak
Old School – Bavaria Rallye Kajak

Das Bavaria ist ein Erbstück meines Vaters, der es leider nie gefahren hat. Als ich es zum ersten Mal sah, musste ich lächeln. Er wollte damit am Ostseestrand entlangpaddeln, das wäre außer bei Windstille sicher in die Hose gegangen. Optisch kommt es ziemlich old school  daher. Erstaunlicherweise wird es aber immer noch gebaut – siehe Link unten.  Inzwischen habe ich das Bavaria schätzen gelernt: Es ist einfach deutlich leichter als das Seayak, was bei Umtragestrecken sehr angenehm ist (Dafür passt allerdings kein Kajakwagen rein, den müsste man draufschnallen). Es fährt sich angenehm beweglich, ohne zu sehr zu pendeln. Die grosse Sitzluke gleicht den mangelnden Stauraum (nur eine Luke hinten) etwas aus; ich kann mir das Tagesgepäck einfach in einem wasserdichten Beutel zwischen die Beine nehmen. Das Bavaria hat auch eine Steueranlage, die ich allerdings abmontiert habe. Mit der flachen Nase ist es für wellige Verhältnisse nicht gut geeignet – allerdings ist der Auftrieb vorne sehr gut.  Als mich einmal ein Wasserskiboot auf dem Wannsee mit einer extrem steilen 1m Welle quer von vorne beglückte, hat es sich erstaunlich gut gehalten, von platschnassen Shirts mal abgesehen.

Link:

Paddel

Ich nutze ein Paddel des US Herstellers Werner: das Shuna. Es hat einen Carbonschaft und ist schön leicht (knapp 800 Gramm), hochwertig verarbeitet, der Drehwinkel ist in 15′ Schritten einstellbar. Das Shuna ist für eine mittlere Durchzugsstärke ausgelegt und damit auch für lange Touren geeignet.

Links:

Windpaddle

Natürlich ist es toll, mit eigener Muskelkraft gegen Wind und Wellen anzukämpfen und sein eigener Motor zu sein. Aber warum nicht mal alle Fünfe grade sein lassen, sich von achterlichem Wind vorantreiben lassen und ein paar Meilen gutmachen. Ich habe mir daher ein Windpaddle zugelegt – die kleinere Ausführung (1qm). Das Segel lässt sich gut handeln, zusammengefaltet locker unterm Netz vor der Luke verstauen und ist blitzschnell und selbstentfaltend einsatzbereit. Man kann die beiden „Schoten“ per Hand bedienen oder auch mit entsprechender Verlängerung in die Umlaufleine einklinken. Das Windpaddle erfordert aber trotzdem etwas Aufmerksamkeit. Falls es plötzlich, von einer  Welle oder Böe erfasst, ins Wasser rutschen sollte und vollläuft, erhält man augenblicklich einen Treibanker mit erheblicher Bremskraft und nicht zu unterschätzender Kentergefahr. Das schnelle Zusammenfalten des Fiberglasgestänges zu einer Art Doppelhelix muss man etwas üben, ist aber auch kein Problem. Aufkreuzen gegen den Wind kann man mit dem Windpaddle natürlich nicht, aber sobald der Wind etwas raumschots daherkommt, funktioniert es.

Peenestrom - Windpaddle Einsatz
Windpaddle Einsatz am Peenestrom

Link: http://www.windpaddle.com/

Paddlefloat

Als vorwiegender Alleinpaddler habe ich mir im letzten Jahr aus Sicherheitsgründen ein Paddlefloat von Prijon zugelegt. Es soll den Wiedereinstieg bei einer Kenterung erleichtern, insbesondere natürlich, wenn man – wie meine Wenigkeit – noch keine Eskimorolle beherrscht. Man zieht es über ein Blatt des Paddels, pustet es auf und hat dann einen Ausleger, mit dem das Kajak entweder per Reenter-and-Roll aufgerichtet werden kann oder man stützt sich ab und robbt sich quer auf’s Deck. Einen ersten Versuch habe ich hier dokumentiert. Das Paddlefloat lässt sich praktischerweise auch als kleine Packtasche verwenden.

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